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| Im Fluss
Der Ausstellungstitel „Im Fluss“ ist im wörtlichen
und übertragenen Sinn gemeint. Zum einen beschreibt „Im Fluss“
den kreativen Schaffensprozess an sich. Künstlerische Arbeit entwickelt
sich immer fließend. Im Fluss oder im „Flow“ zu sein
ist ein erwünschter Idealzustand des selbstvergessenen Arbeitens.
Zum anderen beschreibt der Titel auch ein wiederkehrendes Thema in den
Werken der sechs Künstlerinnen. So beschäftigen sich alle
im Kulturpalast ausgestellten Bilder, egal ob Gemälde, Collagen
oder Fotografien, auf irgendeine Weise mit dem Thema Wasser und Fließen.
Für Annette Akkiparambath ist Wasser ein Symbol für Lebendigkeit und Bewegung. So wie sich Wasser in Flüssen sammelt, dem Meer zustrebt und zum Himmel aufsteigt, um irgendwann wieder als Regen auf die Erde zu fallen, so ist auch der Fluss des Lebens ein ewiges Auf und Ab. Ein roter Regenschirm symbolisiert in ihrem Bild „Empfindliches Gleichgewicht“ die ständige Balance zwischen den alltäglichen Ups und Downs. Die Lebendigkeit einer Bewegung im Fluss fängt sie in ihrem dynamischen Gemälde „Rote Pferde an einem Wintertag“ ein. Marianne Klotz nähert sich auf analytische Weise dem Thema. Ihr
Bild „Komplement“ erkundet die Eigenschaften von Wasser.
Hat es eine Farbe? Natürlich nicht, es spiegelt nur, es fließt,
es löst auf, vermischt und verdünnt. Und Wasser zieht an.
In dem Bild „Wasserschnecke“ wird ein Mensch unter Wasser
gleichsam angesogen von einem schneckenförmigen Gebilde. Die Farben
des Wassers faszinieren auch Karin Liebe. In ihrer Fotoserie „Wasserfarben“
vereinen sich das Blau des Himmels, das Rot eines Bootes und Grautöne
von Wolken im Spiel der Wellen und der Sonnenstrahlen zu einer abstrakt
anmutenden, sich ständig verändernden Farbkomposition. Den
explosiven Moment des Eintauchens hat Karin Liebe in der Fotoarbeit
„Wildwasser“ eingefangen. Wasser steht hier nicht für
den gemächlichen Fluss des Lebens, sondern für radikale Veränderung.
Die Ruhe auf dem größtenteils monochromen Foto ist trügerisch,
ein Mensch wird sich das stille Wasser gleich vollständig aneignen
und durcheinanderwirbeln. Auch in Eva Peters’ Arbeiten sind Menschen
die Hauptakteure. In ihrer dreiteiligen Serie von Frauenporträts
wirken die dargestellten Personen transparent und flüchtig wie
Wasser. Auch der Malprozess selbst, bei dem Eva Peters teils mit viel
Wasser Acrylfarbe aufträgt, ist ein fließender und zügiger
Vorgang. Details und Wiedererkennungseffekte spielen dabei keine Rolle.
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